Sportwetten – ein spannendes Hobby mit Tiefgang

Manipulierte Matches – Mythos oder Realität

Auf sozialen Netzwerken und auf Foren wird gerne behauptet, dass große Sportveranstaltungen wie beispielsweise der Super Bowl oder im Fußball die Champions League, die Europa- oder Weltmeisterschaft eigentlich manipuliert wären. Die Gewinner sollen, laut der Meinungen dieser Nutzer auf Facebook und Co., in Wirklichkeit bereits vor dem Spiel stattfinden. Gewinner wären die Wettanbieter, Veranstalter und Mannschaften, die für die angebliche Manipulation große Summen an Bestechungsgelder kassieren würden. Diese Vorwürfe sind in unserer Gesellschaft einigermaßen verbreitet, immer wieder munkelt man, vor allem bei unerwartet verlaufenden Spielen, dass etwas angeblich manipuliert sei, und es Vorabsprachen mit dem Gegner gäbe. Ist daran wirklich etwas dran, oder handelt es sich um ein Produkt der Fantasie mancher Internetnutzer, die so Verschwörungstheorien anfeuern?

Zweifelsohne eine der weitverbreitetsten Theorien, wenn es um Sportwetten geht ist, das die Spiele schon im Vorhinein abgesprochen sind. Das ist aber nicht nur sehr unrealistisch, sondern auch unlogisch. Wenn Spiele schon im Vorhinein abgesprochen wären, warum decken das dann Mannschaften, die ständig verlieren und absteigen nicht auf? Zeitungen würden sich um ein Interview dieser Sorte sicher reißen, der Bericht würde hohe Wellen schlagen. In der Realität ist das aber nie der Fall. In einen derartig großen Betrug müssten tausende Leute eingeweiht sein, was viel zu riskant wäre. Dass es sich bei den angeblichen Vereinbarungen vor dem Spiel um einen Mythos handelt, der nichts mit der Realität zu tun hat, ist also offensichtlich.

Wie sieht es aber beispielsweise mit eher weniger wichtigen Spielen in den Regionalligen aus? Hier könnte es theoretisch – in vereinzelten Fällen – zu Manipulationsversuchen gekommen sein. Denn die Spieler und Trainer der Mannschaften kennen sich oft außerhalb des Sports, auch Gegner und die eigene Mannschaft wohnen oft nahe beieinander. Hier kann Manipulation vorkommen, weil die Spiele oft in einem kleinen Rahmen stattfinden. Trotzdem handelt es sich hier nur um Einzelfälle, die sehr selten auftreten und kaum Relevanz haben. Schließlich gibt es auch in Regionalligen Kommissionen, die Fußballvereine auf ihr seriöses Spielen und regelkonformes Verhalten überprüfen. Abgesehen davon ist das finanzielle Interesse bei Spielern und Trainern in diesen Ligen eher gering, weil weder der Sport noch die Werbung besonders viel Geld einbringen – es geht vielmehr um den Spaß am Spiel, als um Zahlungen und schon gar nicht um Betrugsgelder.

Vor allem aber ist der Mythos der manipulierten Spiele eine große Geschäftsmöglichkeit für Kriminelle und Betrüger. Besonders auf sozialen Netzwerken wie Facebook, YouTube und Instagram suchen diese Personen mit Werbeauftritten und großen Versprechungen nach Kunden. Angeblich sollen diese auf irgendeine Art und Weise Wissen über zukünftige Spielausgänge haben, der der restlichen Welt nicht mitgeteilt wird. Über Facebook-Gruppen laden sie dann dann in spezielle Gruppen ein, für die gezahlt werden muss. Oft arbeiten die Täter noch mit mehreren Konten gleichzeitig, die sich gegenseitig unter den Veröffentlichungen des Täters für die Angebote aussprechen. Dass nach Zahlung keine oder falsche Wettprognosen erfolgen, die man sich genauso gut hätte selbst denken können, trifft dann den Kunden, der auf die falschen Versprechungen der Abzocker reingefallen ist. Deshalb ist es wichtig, vor der Masche der manipulierten Spiele zu warnen, denn leider lohnt sich das Geschäft für viele dieser Betrüger immer noch.